Niels Andersen - Unter falscher Flagge

Unter falscher Flagge

Wie Banken und Reeder Schiffsfonds versenken und der Steuerzahler Schiffe finanziert

Wer in Schiffsfonds investiert, ist Kommanditist und langfristiger Investor. Bis zum Jahr 2008 erlebten diese geschlossenen Fonds einen regelrechten Boom und galten als durchaus sichere Anlage. Für den Bau oder Erwerb von Seeschiffen wird ein enormes Kontingent an Kapital benötigt. Um dies von möglichst vielen verschiedenen Investoren einzusammeln, werden Schiffsfonds gegründet und dem potenziellen Investor als substanzstarkes Sachwertinvestment mit entsprechender, gerade nicht übermäßig hoher Rendite angeboten. Hat der Erwerber / Erbauer und potenzielle Eigentümer den Eigenkapitalbedarf erreicht, wird der Fonds geschlossen. Eine Besonderheit bei Schiffsfonds ist die Tatsache, dass es sich bei der anvisierten Rendite und beim Zeitpunkt der Rückzahlung nicht um garantierte, sondern um Prognosen handelt. Wie bei Fondsinvestitionen generell, kann der Investor auch einen Totalverlust erleiden. Dieses Risiko zeigte sich in der Vergangenheit vor 2008 geringer als es seitdem und bis heute der Fall ist. „Dem Markt droht der Kollaps“, waren sich Experten ab 2010 zunehmend einig und betrachteten Schiffsfonds mit einer gehörigen Portion Skepsis. Doch den Investoren half und hilft diese Warnung nicht mehr. Vor 10 Jahren und früher wurden die geschlossenen Fonds in großer Zahl mit teils enormen Volumina angeboten und von zahlreichen kleinen und mittleren Investoren genutzt. Was anfänglich nach einer sicheren Sache klang, hat sich ins Gegenteil umgewandelt und für viele Anleger große Verluste mit sich gebracht. So sicher, wie die Containerschifffahrt und ein damit verbundener Schiffsfonds angepriesen wurden, war die Investition von Anfang an nicht. Doch die Werbeversprechen haben Anleger sprichwörtlich ins Boot gelockt und erweisen sich jetzt im Rückblick und in der Gegenwart als haltlos.

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Der Autor Niels Andersen

Niels Andersen erblickte 1972 in Itzehoe bei Hamburg das Licht der Welt. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der im Jahr 2009 von ihm gegründeten Rechtsanwaltsgesellschaft. Bereits in der Schulzeit interessierte sich Andersen für den Kapitalmarkt und die Bandbreite der Finanzdienstleistungswirtschaft. Als Rechtsanwalt hat er sich daher zurecht auf die Bereiche Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht, Insolvenz- und Erbrecht spezialisiert. Berufliche Erfahrung sammelte er in den Jahren 2004 bis 2008, wo er in verschiedenen Kanzleien als angestellter Rechtsanwalt tätig war.

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