Wie Banken und Reeder Schiffsfonds versenken und der Steuerzahler Schiffe finanziert

Wer in Schiffsfonds investiert, ist Kommanditist und langfristiger Investor. Bis zum Jahr 2008 erlebten diese geschlossenen Fonds einen regelrechten Boom und galten als durchaus sichere Anlage. Für den Bau oder Erwerb von Seeschiffen wird ein enormes Kontingent an Kapital benötigt. Um dies von möglichst vielen verschiedenen Investoren einzusammeln, werden Schiffsfonds gegründet und dem potenziellen Investor als substanzstarkes Sachwertinvestment mit entsprechender, gerade nicht übermäßig hoher Rendite angeboten. Hat der Erwerber / Erbauer und potenzielle Eigentümer den Eigenkapitalbedarf erreicht, wird der Fonds geschlossen. Eine Besonderheit bei Schiffsfonds ist die Tatsache, dass es sich bei der anvisierten Rendite und beim Zeitpunkt der Rückzahlung nicht um garantierte, sondern um Prognosen handelt. Wie bei Fondsinvestitionen generell, kann der Investor auch einen Totalverlust erleiden. Dieses Risiko zeigte sich in der Vergangenheit vor 2008 geringer als es seitdem und bis heute der Fall ist. „Dem Markt droht der Kollaps“, waren sich Experten ab 2010 zunehmend einig und betrachteten Schiffsfonds mit einer gehörigen Portion Skepsis. Doch den Investoren half und hilft diese Warnung nicht mehr. Vor 10 Jahren und früher wurden die geschlossenen Fonds in großer Zahl mit teils enormen Volumina angeboten und von zahlreichen kleinen und mittleren Investoren genutzt. Was anfänglich nach einer sicheren Sache klang, hat sich ins Gegenteil umgewandelt und für viele Anleger große Verluste mit sich gebracht. So sicher, wie die Containerschifffahrt und ein damit verbundener Schiffsfonds angepriesen wurden, war die Investition von Anfang an nicht. Doch die Werbeversprechen haben Anleger sprichwörtlich ins Boot gelockt und erweisen sich jetzt im Rückblick und in der Gegenwart als haltlos.

„Unter falscher Flagge.“ 

Vor etwa 10 Jahren gerieten die geschlossenen Schiffsfonds in „Seenot“ und mit ihnen die zahlreichen Investoren, die in diese Fonds investiert und sich von blumigen Werbeversprechen haben leiten lassen. Bis heute sind nicht nur die Anleger selbst, sondern jeder deutsche Steuerzahler von den enormen finanziellen Repressalien betroffen. Weder die Branche selbst noch deren Finanzgeber haben sich vom Schlag der Schiffsfondskrise erholt. Viele Privatanleger haben höhere Summen von 100.000 Euro und mehr investiert, um ihren Lebensabend zu sichern und finanzielle Vorsorge zu betreiben.
In seinem Buch berichtet der Autor Andersen offen über geschlossene Schiffsfonds und einen Markt, der von Arglist, Betrugsgedanken und windigen Hintermännern geprägt ist. Auch wenn der Fondspleite in 2008 die Finanzkrise voranging, lassen sich Gier und das Segeln unter falscher Flagge nicht von der Hand weisen. Investitionen, die meilenweit am Bedarf vorbeigingen, wurden mit den fremden Geldern getätigt. Die Blase ist geplatzt und bis heute gibt es keine plausiblen Aufklärungen der Versäumnisse, der Verschiebungen und der finanzkriminellen Delikte. Weder im juristischen noch im politischen Sektor wurde ausreichend Detektivarbeit geleistet. Dabei haben private wie wirtschaftliche Anleger viel Geld verloren und sollten sich wehren, wie der Autor in seinem Buch betont. Diese Aufarbeitung einer Milliardenpleite ist interessant für all jene, die in Schiffsfonds investiert und ihr Geld verloren haben. Denn auch heute noch können sich Anleger aktiv um ihre Interessen kümmern und so eine Möglichkeit erhalten, wenigstens einen Teil ihres Geldes zurückzubekommen. Andersen betrachtet die Krise sowohl aus juristischer wie aus kaufmännischer und maritimwirtschaftlicher Sicht. Durch seine Erfahrung in allen drei Branchen kann er die Problematik so beleuchten, dass sich aus der Gesamtheit der Betrachtungswinkel ein vollständiges Bild ergibt. In diesem Buch erfahren Investoren und Anleger, warum die Schiffsfonds kippten und welche Probleme den hohen Verlusten vorangingen. Dabei geht es um die Veruntreuung und arglistige Ausgabe von Geldern, die über Fonds eingesammelt und in der Verwendung zweckentfremdet wurden. Wer einen im Finanzwirtschaftsjargon geschriebenen Beitrag erwartet, wird von Andersens Ausdruck und Aussagekraft erstaunt sein. Das komplexe Thema hätte von keinem anderen so verständlich und reichweitenstark beleuchtet werden können, wie es Niels Andersen realisiert hat.

Das Buch gibt schonungslos Auskunft über unlautere Praktiken von Reedereien und Banken. Ein Gastbeitrag von Dr. Werner Marnette, der früher im Aufsichtsrat der Hamburger Landesbank sowie als Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr in Schleswig-Holstein tätig war, rundet das Buch ab. Wer bisher noch an ein Versehen oder einen unglücklichen Zufall glaubt, erfährt in diesem Buch von Niels Andersen die wahren Hintergründe der milliardenschweren Pleite der Schiffsfonds.

Unter falscher Flagge kann bei folgenden Online-Händlern bestellt werden

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